Der gleiche Weg nur mit anderen Zielen
Hallo zusammen! Wir sind Franzi und Kevin, beide 33 Jahre alt, leben seid 2012 zusammen in Hennigsdorf und sind seit 7 Jahren dem Bogenschießen verfallen.
2016 sind wir, auf der Suche nach einer gemeinsamen Aktivität, der Turngemeinde in Berlin 1848 e.V. (TiB) in der Abteilung Kyudo beigetreten und sind seither mit Feuereifer dabei.
Alsbald suchten wir nach Möglichkeiten die es uns erlaubten auch in unserer unmittelbaren Umgebung trainieren zu können und so knüpften wir schnell Kontakte zum 1.BSV Hennigsdorf, wo man uns mit offenen Armen empfing.
Jedoch verhinderten einige Schicksalsschläge und die aufkommende Coronapandemie, dass wir diese Kontakte über einige Zeit pflegen konnten.
Nachdem dies nun aber alles Überstanden war, erinnerten wir uns zurück, beschlossen uns an Vergangenes anzuknüpfen und konntem dem 1.BSV Hennigsdorf als neue Mitglieder beitreten.
Dem ein oder anderen kam sicherlich die Frage auf „Kyudo? Was soll das sein?“
Kyudo ist Begriff, den man im europäischen Bogenschießen nur selten zu hören scheint, aber wenn er denn doch einmal fällt, oftmals einiges Interesse mit sich bringt.
Der Begriff selbst ist japanisch und setzt sich zusammen aus Kyū = Bogen und dō = Weg, also „Der Weg des Bogens“ und beschreibt damit die Art des japanischen Bogenschießens.
Die Besonderheiten mit Kyudo sind allem voran der auffällig große, asymmetrisch geformte Langbogen (Daikyu Yumi) und die dazu gehörigen Pfeile (Ya), aber auch in der Schusstechnik selbst.
Der Bogen bestehend aus mehreren verleimten Schichten Holzs im Kern und Bambus auf der außenseite und wird durch den Griff in ein kurzes unteres (ca. 1/3), sowie in ein längeres oberes (ca. 2/3) geteilt.
Die Pfeileschäfte bestehen meist aus Aluminium, Bambus oder Carbon und sind mit drei Naturfedern bestückt.
Geschossen wird mithilfe eines speziellen Handschuhes (Yugake) und anwendung der Daumentechnik, sowie einem festen Griff der linken Hand am Bogenholz (Tenouchi).
Das Ganze erfolgt auf eine 28m entfertnte Zielscheibe (Mato) von 36cm Durchmesser, welche ca. eine Faust breit über dem Boden platziert wird.
Kyudo als Teil der japanischen Budo bietet neben sportlichen Aspekten, der körperlichen Ertüchtigung, oder dem Wettkampfgedanken, auch Einblicke in die japanische Kultur und Philosophie.
Zudem steht neben dem Erlernen der Technik auch die Entwicklung des Schützen selbst im Fokus.
Eine Vielfältigkeit die uns noch immer begeistert und dies auch jedes mal aufs neue tut, wenn wir etwas neues über den Bogen, seinen Weg oder uns selbst erfahren.
Wer mehr von uns wissen möchte, der kann uns natürlich gerne einfach Ansprechen, wenn wir uns zu euch an die Schließlinie gesellen.
Kan Chu Kyu - Kraftvolles Schießen, unbedingtes Treffen und dieses über lange Zeit weiter zu behalten [Motto der Heki Ryu Insai Ha]